Remos Gartentipps im September

Frische Minze im Winter

Da ich im Winter gerne frische Pfefferminze genieße, grabe ich jetzt Wurzelausläufer aus und setze sie fünf Zentimeter tief in Kästen. So kann ich auf dem Fensterbrett oder im geheizten Gewächshaus während der kalten Monate das aromatische Kraut ernten.

Schnittlauch vermehren

Bevor der Schnittlauch seine typischen langen Stiele bildet, grabe ich die Wurzelballen vorsichtig aus, teile diese, schneide die Stiele etwas zurück und grabe ihn gleich tief wieder ein. Durch diese Maßnahme hat der Schnittlauch wieder mehr Platz, um sich zu entfalten und zu wachsen.

Tomaten-Ernte

Die Tomaten hängen oft noch an den Pflanzen, wenn der Sommer schon vorbei ist. Aber aufgepasst: Nachtfröste setzen der Frucht zu. Deshalb bringt man Tomaten besser „ins Trockene“. Die zähen faserigen Tomatenstängel können zusammen mit den Wurzeln und den noch grünen Früchten aus der Erde gezogen und zum Ausreifen an einem trockenen Platz aufgehängt werden. Die Früchte benötigen zum Weiterreifen keine Sonne. Natürlich entfaltet sich ihr Aroma vielleicht nicht so intensiv wie in den Sommermonaten draußen auf dem Beet oder dem Balkon, aber es lohnt sich allemal.

Grüne Tomaten

Da nicht alle Tomaten bis zum Wetterumschwung ausreifen, stelle ich aus den grünen Tomaten ein köstliches Grünes Tomaten Chutney her, das hervorragend zu Käse passt.

Rezept:

600g       gehackte grüne Tomaten

150g       fein geschnittene Zwiebel

2             Knoblauchzehen, gepresst

1             Zitrone, in kleine Stücke geschnitten (ohne Schale und Kerne)

250g       Rosinen

80g         Senfsamen

50g         frischer Ingwer, geschält und fein gewürfelt

450g       Rohzucker

5 dl         Apfelessig

2             Rote Paprika, fein geschnitten

1             Prise Cayennepfeffer

1 ½         TL Salz

Alle Zutaten in einer großen Pfanne gut durchmischen und bei mittlerer Temperatur unter häufigem Rühren aufkochen, bis die Mischung einzudicken beginnt. Am Schluss ständig rühren, damit nichts anbrennt. Heiß in vorgewärmte, sterilisierte Weckgläser füllen und diese etikettieren.    

September Arbeiten in Kürze

Zucchini werden vor dem ersten Frost geerntet. Bis dahin gilt es die Pflanzen regelmäßig zu wässern und zu düngen. Anfang September können noch Radieschen, Schnittsalat und Spinat gesät werden. Feldsalat für die Frühjahrsernte säe ich bis Mitte September. Johannisbeeren können aus diesjährigen, kräftigen Trieben vermehrt werden. Dazu wird der Trieb entblättert und in sandige, humose Erde gesteckt. Quitten und Birnbäumen tut eine leichte Mulchschicht gut. Holzstapel, Laubhügel und Steinhaufen räume ich im Herbst nicht weg. Igel und Eidechsen, die sich vielleicht schon zum Winterschlaf darin zurückgezogen haben, sollten nicht mehr gestört werden.

Chinakohl, Sellerie, Winterlauch, Winter-Endivie, Rosenkohl, Pastinaken und Federkohl anhäufeln und auf den Beeten belassen, denn sie vertragen auch einige Minusgrade; sie werden sogar geschmacklich und inhaltlich besser, wenn sie etwas Frost bekommen. Rhabarber neu pflanzen und alte Stöcke mit Kompost oder verrottetem Mist abdecken. Letzte Kräuter ernten. Kälteempfindliche Pflanzen, wie Currykraut, Rosmarin und Eisenkraut setze ich erst im Frühjahr um.

 

Remo Vetter, schreibt Gartenkolumnen für Similasan. Als Gartengestalter, Referent und Buchautor unterwegs. Langjährige Vortrags- und Seminartätigkeit. Realisierte Gartenprojekte in der Schweiz, in England und Irland. Vortrage im In- und Ausland über Nachhaltigkeit, Naturzusammenhänge, Entschleunigung und Sinnfindung. Zahlreiche Auftritte in Radio, Fernsehen und Printmedien im In- und Ausland. www.thelazygardener.ch

Buchtipp: «The Lazy Gardener und seine Gartengeheimnisse» ISBN 978-3-03800-975-7